Manche Stimmen wirken von Natur aus sympathisch. Ihren Besitzern möchte man stundenlang zuhören. Sie strahlen Zuversicht, Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz aus. Wer seine Karriere vorantreiben und sich beruflichen Erfolg sichern will, sollte seiner Stimme daher besondere Aufmerksamkeit schenken.

„Die Stimme ist sozusagen der hörbare Teil der Körpersprache“, erläutert Stimm-Coach Lackner. Besonders Führungskräfte und alle, die häufig Kundenkontakt haben, tun gut daran, an Ihrer Stimme zu feilen. Denn sie entscheidet darüber, ob wir auf andere kompetent, sympathisch und beruhigend wirken oder überfordernd, abweisend und genervt. „Ohne Übertreibung kann man sagen, dass die Stimme die Stimmung eines Gesprächs bestimmt“, so Lackner.

Die Stimme spiegelt unsere Gefühle

Die Stimme verrät, wie sich der Sprechende gerade fühlt. Ist er traurig oder niedergeschlagen, klingt seine Stimme kraftlos. Bei Frust und Desinteresse fehlt der Stimme jegliche Sprachmelodie. Stress und Nervosität bewirken eine dünne, gestresste Stimme – dem Sprechenden schnürt es sprichwörtlich die Kehle zu.

Die Zuhörer ahmen die Atmung des Sprechers nach – das nennt man den psychorespiratorischen Effekt. Dadurch übertragen sich seine Emotionen auf die Zuhörenden, was wiederum den Verlauf des Gesprächs beeinflusst.

Doch wie wirken verschiedene Stimmen? Stimm-Coach Thomas Lackner hat einige Beispiele parat: „Entspannten Stimmen vertrauen wir eher als hohen, sie wirken souverän und kompetent. Piepsige oder schrille Stimmen werden stereotyp als inkompetent, unsicher, unsachlich oder sprunghaft wahrgenommen.“ Wer stockend und unrhythmisch spricht, lässt seine Zuhörer zweifelnd oder irritiert zurück. Eine nasale Stimme vermittelt Arroganz. Redner, die übertrieben salbungsvoll sprechen, wirken unehrlich. Und wer scharf oder gar schneidend spricht, bekommt zwar Aufmerksamkeit, wird jedoch als aggressiv und kalt wahrgenommen.

Ausbildung zum Stimm-Experten

Wie lässt sich nun die Wirkung der eigenen Stimme verbessern? Im Mittelpunkt der Stimm-Akademie am WIFI Tirol steht die Verbesserung der eigenen Stimmwirkung. „Ausgangspunkt des Stimmtrainings ist die sogenannte Indifferenzlage“, erläutert Thomas Lackner. Das ist jene optimale Tonhöhe, in der die Stimmbänder weder zu stark gespannt noch zu schlaff sind.

Die Stimmakademie am WIFI Tirol trainiert nicht die Stimme allein. Im Zentrum steht das wirkungsvolle Zusammenspiel von Körpersprache, Atem und Stimme. Eine klare, deutliche Aussprache und ein authentischer Stimmklang helfen, Vertrauen zu schaffen und Botschaften überzeugen zu kommunizieren. Der Weg zur Stimmkompetenz führt über eine ausgewogene Mischung aus Stimm-, Körper- und Sprachtraining.

Im zweiten Teil der Stimmakademie wird das Gelernte vertieft. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begeben sich auf einen kreativen Erarbeitungsprozess, der sie durch freie Rede, Text, Gedicht, Monolog und Szene führt“, beschreibt Thomas Lackner. Die Ausbildung richtet sich daher an alle, in deren Berufen es auf stimmliches Auftreten ankommt.