Haben auch Sie zu Silvester ein farbenprächtiges Feuerwerk in den Himmel geschossen? Falls ja, sind Sie nicht allein: Jeder dritte Tiroler ist begeisterter Silvester-Feuerwerker. Der Faszination von farbenprächtigen, lautstarken Feuerwerken kann sich allerdings kaum jemand entziehen. Das WIFI Tirol bildet angehende Pyrotechniker/innen aus.

Pyrotechnikerinnen und -techniker haben rund um den Jahreswechsel Hochsaison. Denn sie sind die Spezialisten für die pompösen Feuerwerke, mit denen u.a. Kommunen, Gästebeherbergungsbetriebe oder Tourismusverbände das neue Jahr begrüßen. Sie allein sind berechtigt, sogenannte Großfeuerwerke abzubrennen. Das sind Feuerwerke, für die Pyrotechnik-Artikel der Kategorien F3 und F4 verwendet werden.

Strenge Regeln für Feuerwerke

„Nur den wenigsten ist bewusst, dass das Abbrennen von Feuerwerken strengen Richtlinien unterliegt“, erklärt Christoph Riedl, Sachverständiger für Pyrotechnik und Lehrgangsleiter der Ausbildungsreihe Pyrotechnik am WIFI Tirol. So ist es grundsätzlich verboten, Raketen, Kracher, römische Lichter oder Heuler in der Nähe von Krankenhäusern, Altersheimen, Kirchen, Tankstellen und in geschlossenen Räumen zu zünden.

Der Gesetzgeber teilt Feuerwerksartikel in verschiedene Kategorien ein. Maßgebliche Kriterien dafür sind ihre Verwendungsart, ihre potenzielle Gefährlichkeit und ihr Lärmpegel. In die Kategorie F1 fallen Feuerwerkskörper, von denen kaum Gefahr ausgeht, beispielsweise Knallerbsen, Wunderkerzen, Party- und Tischfeuerwerke. Diese Artikel dürfen zum Teil auch in geschlossenen Räumen verwendet werden.

Von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 geht nur eine geringe Gefahr aus, außerdem verursachen sie wenig Lärm. Daher dürfen sie in abgegrenzten Bereichen im Freien verwendet werden. Diese Artikel dürfen an Personen ab 16 Jahren abgegeben und von diesen verwendet werden. Typische Beispiele sind die sogenannten Schweizer Kracher, Ladykracher, Raketen oder Batterie-Feuerwerke.

Fachausbildung Pyrotechnik am WIFI Tirol

Mit pyrotechnischen Artikeln, die der Kategorie Großfeuerwerke, also Kategorie F3 und F4, zugeordnet werden, dürfen nur Personen hantieren, die über eine behördliche Genehmigung und die nötige Fachkenntnis verfügen. „Diese Profifeuerwerke unterscheiden sich deutlich von frei verkäuflichen Produkten, sowohl in der Handhabung als auch darin, wie sie abgebrannt werden“, erläutert Christoph Riedl. Bei unsachgemäßer Verwendung geht von solchen pyrotechnischen Gegenständen mittlere bis große Gefahr aus. Wer solche Feuerwerke abbrennen möchte, muss daher Sachkunden und Fachkenntnis vorweisen.

Das WIFI Tirol gehört zu den zertifizierten Pyrotechnik-Ausbildungsstätten Österreichs. Neben Rechts- und Fachkunde vermittelt der Lehrgang Pyrotechnik F3 sicherheitsrelevante Richtlinien und Vorkehrungen. Wer diesen Lehrgang absolviert hat, kann anschließend die Ausbildung Pyrotechnik F4 besuchen. „Diese Feuerwerke sind sozusagen die Königsklasse“, sagt Lehrgangsleiter Riedl. Um die Berechtigung zu erwerben, solche Feuerwerke abbrennen zu dürfen, müssen die Teilnehmer/innen an 15 behördlich genehmigten Feuerwerken teilgenommen haben. „Wer das nicht vorweisen kann, kann diese Erfahrung direkt bei unseren Vortragenden sammeln“, erklärt Christoph Riedl.

tirol.wifi.at/pyrotechnik

Sie möchten Ihre Begeisterung für Feuerwerke zum Beruf machen?

Per Bescheid des Bundesministeriums für Inneres ist das WIFI Tirol ermächtigt, pyrotechnische Ausbildungen durchzuführen. In diesen erlangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Sachkunde und Fachkenntnis, die zum Abbrennen von Feuerwerken der Kategorien F3 und F4 sowie T2 und S2 ermächtigen.

Die Ausbildungsreihe beginnt mit einem kostenlosen Informationsseminar. Dieses gibt einen ersten Einblick in das Berufsbild und gesetzliche Grundlagen. Es besteht die Möglichkeit, direkt mit dem Lehrgangsleiter offene Fragen zu besprechen, u.a. die Anrechenbarkeit von praktischen Erfahrungen, wie Hilfstätigkeiten bei Großfeuerwerken.

Der erste Teil des Lehrgangs besteht aus dem Modul F3. In 28 Lehreinheiten arbeiten sich die angehenden Pyrotechniker/innen in Rechts- und Fachkunde sowie Fach- und Sicherheitstechnik ein. Außerdem stehen praktische Übungen am Programm. Der Lehrgang F3 endet mit einer kommissionellen Prüfung.

Im Lehrgang F4 eignen sich die Teilnehmer/innen die Fachkenntnis an, um selbständig Großfeuerwerke abbrennen zu dürfen. Zugangsvoraussetzung sind das positiv absolvierte Modul F3 sowie der Nachweis über die Mitwirkung bei 15 behördlich genehmigten Großfeuerwerken. Es besteht die Möglichkeit, diese Praxis im Beisein eines unserer Vortragenden zu sammeln.

Das WIFI Tirol bietet auch eine Ausbildung zum Bühnenpyrotechniker an. Außerdem schulen wir Personen, welche pyrotechnische Gegenstände lagern oder verkaufen möchten.