In den letzten Jahrzehnten hat keine Krise die moderne Welt so erschüttert wie die Corona-Krise. Gleichzeitig hat sie gerade in der westlichen Welt die Gesellschaft in drei Gruppen geteilt.

Jene, die aufgrund der Krise mehr arbeiten mussten als zuvor und gezwungen war, sehr schnell Konzepte zu erarbeiten, wie es in und nach der Krise weitergehen könnte. Andere wieder wurden in eine existenzielle Krise gestürzt, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und die Unsicherheit, ob man das Leben finanzieren kann und wie es weiter gehen wird. Aber es gab auch jene, die die Krise als eine große Chance sahen, die finanziell abgesichert waren und einen Einblick bekamen, wie eine moderne Arbeitswelt aussehen könnte…

… mit viel Selbstbestimmung, eigener Zeiteinteilung, Homeoffice und der Hoffnung auf eine bessere Welt ohne Stress und permanenten Zeitdruck.

Das Erwachen ist jetzt für alle drei Gruppen nach der Rückkehr in die scheinbare „Normalität“ nicht allzu erfreulich. Diejenigen, die in der Coronazeit über alle Maßen gefordert waren, erkennen, dass sich auch jetzt nichts geändert hat, und der Arbeitstrott sie im selben Maße gefangen hält. Jene, die um ihre Existenz gebangt haben, stellen fest, dass es auch nach der Lockerung der Maßnahmen nicht spürbar aufwärts geht und die Unsicherheit uns noch weiter begleiten wird. Und diejenigen, die die Hoffnung auf eine bessere Welt hatten, erkannten spätestens im ersten Stau und am ersten Arbeitstag, dass eine Veränderung so schnell nicht möglich sein wird.

Aber was heißt das für uns alle? Aus psychologischer Sicht kann man sagen, dass für alle Menschen der Stresspegel steigt und somit die Gefahr des Burnouts (chronische Überforderung) oder des Boreouts (Unterforderung) gegeben ist.

Hier sind die Unternehmen und die Wirtschaft gefordert, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Es wird neue Arbeitsmodelle brauchen, die kurz-, mittel- und auch langfristig im Unternehmen umgesetzt werden. Konzepte, die auch Ideen und Impulse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einbeziehen.

Die klassischen Führungsmethoden werden langfristig nicht mehr umsetzbar sein. Wer erfolgreich sein möchte, muss neue Formen der Zusammenarbeit finden und auf die Bedürfnisse aller in den Arbeitsabläufen integrieren. Es punkten jene Unternehmen, die den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Option bieten selbstbestimmter und flexibler zu arbeiten, sie fördern und unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben gestaltend mitzuwirken.

Jede Krise ist auch eine Chance. Es braucht den Mut, sie zu ergreifen.

Über die Autorin Mag. Bernadette Wuelz

Dipl. Psychologin, Mentalcoach und Unternehmensberaterin
Psychologische Beratung, Coaching, Seminare

Bernadette Wuelz ist WIFI-Trainerin, Psychologin, Mentaltrainerin, zertifizierte DISG-Trainerin und systemischer Coach.
Sie gilt als Expertin in den Themen Rhetorik, Kommunikation, typgerechte Verhaltensweisen und Train-the-Trainer und kann auf umfassende Trainings- und Lehrerfahrung zurückgreifen.

Mag. Bernadette Wuelz

WIFI-Trainerin