Gleichberechtigung ist ein vielstrapazierter Begriff, dem wir anlässlich des Internationalen Weltfrauentages unsere Aufmerksamkeit schenken möchten. Wie wirkt sich Bildung auf die Situation von Frauen in der dritten Welt aus? Und was bewirkt Bildung bei uns in Tirol im Bezug auf die wirtschaftliche Gleichberechtigung von Frauen?

Frauen kämpfen, rund um den Globus, auch 2020, die Themen sind dabei jedoch sehr vielfältig…

Gekämpft wird um gleichen Lohn für gleich Arbeit, um geschlechtergerechte Sprache, um das Recht zu wählen, eigene Entscheidungen zu treffen und viel zu oft schlicht um das eigene Leben.

Immer noch bedeutet in vielen Regionen der Erde die Geburt als Mädchen vor allem, keine besonders guten oder gar fairen Chancen zu haben. Recherchiert man über globale Entwicklungen im Zusammenhang mit Gleichstellung, fällt das Resümee rasch ernüchternd aus – ehe man auf einen gemeinsamen Nenner stößt, der Hoffnung gibt: Bildung.

So gibt es einige sehr erfolgreiche Projekte in den ärmsten Regionen Afrikas und Asiens, in welchen Kindern und Jugendlichen, ungeachtet des Geschlechts, schulische Grundbildung geboten sowie verschiedene handwerkliche Berufe gelehrt werden.

Die Auswirkungen dieser Bildungsinitiativen auf die Gesellschaft und in weiterer Folge auf die Wirtschaftslage in den Regionen sind verblüffend: Innerhalb weniger Jahre verändern sich durch das gewonnene Wissen die Perspektiven, insbesondere für die Frauen und Mädchen vor Ort. Da sie lesen, schreiben und rechnen lernen, sind die Frauen selbst in der Lage, sich um all ihre Angelegenheiten zu kümmern, sie gewinnen Unabhängigkeit und Selbstvertrauen.

Bleiben Mädchen lange genug in den Institutionen, um einen Beruf zu erlernen, können sie durch seriöse Arbeit für sich selbst beziehungsweise die Familie sorgen, sind nicht mehr gezwungen, sich auf kriminelle oder erniedrigende Tätigkeiten einzulassen, um zu überleben.

Die Gründerinnen kurbeln durch die erhöhte Kaufkraft die lokale Wirtschaft an, schaffen Arbeitsplätze und bieten somit den folgenden Generationen wiederum die Möglichkeit, sich aus- und weiterbilden zu lassen.

Womit sich der Bogen zurück nach Tirol spannen lässt: Aus- und Weiterbildung spielen auch hierzulande eine entscheidende Rolle bei der Gleichberechtigung.

Während nach wie vor Frauen in Führungspositionen größerer Unternehmen und Konzerne fehlen, trauen sich immer mehr Gründerinnen den Schritt in die Selbstständigkeit zu. Die eigene Chefin sein, zeitlich flexibel bleiben, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, sind die am häufigsten genannten Gründe für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Ob erfolgreich selbstständig oder angestellt: Im WIFI Tirol dürfen wir oft teilhaben an der beruflichen Entwicklung unserer Teilnehmerinnen.

Wir sehen junge Frauen, die ihren Traum verfolgen, am ersten Kurstag noch zögerlich wirken und die Prüfung zum angestrebten Meistertitel dann mit Auszeichnung bestehen. Wiedereinsteigerinnen bringen sich in unseren Lehrgängen auf den aktuellen Stand und starten voller Elan in ihre zweite Karriere, die sie neben Kind und Kegel mit viel Freude und Leidenschaft leben. Und dann gibt es natürlich noch die spannenden Umsteigerinnen, die an einem Punkt im Berufsleben merken, dass sie eigentlich viel lieber ganz was anderes machen wollen – und am WIFI finden sie alle Möglichkeiten dazu.

Gerade für Frauen, die oft Familie, Beruf und Bildung unter einen Hut bringen müssen, möchten wir speziell auf die Möglichkeit der Bildungskarenz und das WIFI Kursangebot inklusive der Online-Kurse, die für die Bildungskarenz angerechnet werden, hinweisen.

Das Angebot sowie unsere Begeisterung gilt natürlich ALL unseren TeilnehmerInnen – aber zum internationalen Frauentag bevorzugen wir einmal die, die sonst meist um die Gleichstellung kämpfen.

Vielen Dank für das Bild der äthiopischen Schule in diesem Beitrag an „Menschen für Menschen„/Terhas Berhe