„Im Lehrgang Einkauf am WIFI Tirol vermitteln wir den TeilnehmerInnen umfangreiches anwendungsbezogenes Wissen in punkto Beschaffungsmanagement, das diese 1:1 in ihren Unternehmen umsetzen können“, erläutert Lehrgangsleiter Günther Pressler. Das Hauptaugenmerk liegt auf den zentralen Säulen des Beschaffungsmanagements, welche hauptverantwortlich für den Erfolg im Einkauf sind. Dazu gehören die genaue Bedarfsplanung, das Lieferantenmanagement, die Sortimentsplanung und die eigentliche Bestellung.

„Die Warenbeschaffung muss auf realistischen Absatzmöglichkeiten basieren, das ist das Um und Auf“, so Günther Pressler, „moderne Warenwirtschafts-EDV ist dafür eine unerlässliche Hilfe.“ Der potenzielle Absatz basiert auf dem Bedarf und den Wünschen von KundInnen. Diese Faktoren kennt natürlich nur, wer in entsprechende Marktforschung investiert.

Praxisorientiertes Beschaffungsmanagement bringt Erfolg im Einkauf

Das Lieferantenmanagement sorgt dafür, dass stets passende LieferantInnen in ausreichender Anzahl greifbar sind. Denn nichts ist für das eigene Unternehmen peinlicher und geschäftsschädigender, als aufgrund von Engpässen nicht produzieren oder liefern zu können. „Es lohnt sich, eine systematische Bezugsquellendatei zu führen, die stets auf dem aktuellsten Stand ist“, führt WIFI-Trainer Pressler aus. Diese Liste hilft nicht nur, über das Warenangebot der Lieferanten den Überblick zu bewahren. Sie sorgt auch dafür, dass sämtliche Einkaufspreise schnell und transparent verfügbar sind. „Ich warne allerdings vor dem Schluss, dass der billigste Lieferant immer auch der beste ist“, so Pressler. Andere Faktoren, z.B. die Liefertreue, spielen bei der Beurteilung der Lieferantenbeziehungen eine mindestens gleich wichtige Rolle.

Optimaler Einkauf richtet sich nach dem tatsächlichen Verbrauch

Die Warenbeschaffung richtet sich naturgemäß nach dem Sortiment, welches eine Unternehmen anbietet. Optimalerweise wird das Preisgefüge desselben so gestaltet, dass es sowohl der sozialen Stellung als auch der Kaufkraft der potenziellen KundInnen entspricht.

Das Beschaffungsmanagement baut auf diesen Komponenten auf. Es sorgt dafür, dass Unternehmen jederzeit liefern können. Das schwierige dabei: der zukünftige Bedarf kann oft nur prognostiziert werden. Richtwerte dafür liefern historische Absatzzahlen. EinkaufsmanagerInnen müssen in ihren Schätzungen allerdings auch andere Umstände berücksichtigen, welche den künftigen Absatz beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise neue Konkurrenz, politische Geschehnisse, konjunkturelle Veränderungen oder neue gesetzliche Richtlinien.

Übervolle Lager verursachen Zins- und Lagerkosten. Das schwächt die betriebliche Zahlungsfähigkeit und bindet unnötig Kapital. Die Vorratsbestände sollten daher so gut wie möglich dem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Wann die Waren bestellt werden, ist ein zentraler Faktor im Einkaufsmanagement. Der Zeitpunkt der Bestellung hängt von mehreren Faktoren ab, u.a. den Lieferfristen, der Umsatzgeschwindigkeit sowie der Lagerfähigkeit, der zu erwartenden Preisentwicklung und dem saisonalen Warenangebot.

Im Rahmen der Preispolitik geht es darum, konsequent Preisobergrenzen einzuhalten und die größten Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen. Hilfsmittel dafür ist eine ausgefeilte Einkaufskalkulation. Zum Einkaufsmanagement gehört zudem die Kontrolle der Lieferungen bezüglich Liefertermin, Wareneingang, Rechnungsprüfung und Buchung des Wareneingangs.

Sie möchten mehr wissen?

Der Lehrgang Einkauf am WIFI Tirol vermittelt das Wissen, welches modernes Einkaufsmanagement auszeichnet. Er beschäftigt sich mit der Organisation der Beschaffung und strategischem Beschaffungsmanagement ebenso wie mit der Einkaufsabwicklung in der Praxis. Außerdem lehrt er die theoretischen Grundlagen, wie Beschaffungspolitik, Analysemethoden und Rechtsfragen.

„Eine wesentliche Säule des Lehrgangs ist das eigenständige Ausarbeiten einer Projektarbeit aus dem beruflichen Umfeld der TeilnehmerInnen“, erklärt Lehrgangsleiter Günther Pressler. Die unterstreicht die absolute Praxisnähe des Lehrgangs und garantiert, dass die Kursinhalte voll im beruflichen Alltag angewendet werden können.