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Daten zählen zu den wichtigsten Ressourcen moderner Unternehmen – ihr volles Potenzial entfalten sie jedoch erst bei gezieltem Einsatz. WIFI Trainer Johannes Spiess erklärt im Interview, wie Unternehmen aus Zahlen echte Erkenntnisse gewinnen, welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt und warum Data Literacy zur Schlüsselkompetenz für den Wirtschaftsstandort Tirol wird.
Unternehmen, die Daten systematisch analysieren, verständlich aufbereiten und in ihre Entscheidungsprozesse integrieren, verschaffen sich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Voraussetzung dafür sind jedoch qualifizierte Mitarbeitende, die Daten nicht nur auswerten, sondern auch interpretieren und kommunizieren können.
Johannes Spiess ist Profi, wenn es um den Einsatz und Umgang mit Daten geht. Der studierte Betriebswirt ist schon seit Jahren am WIFI Tirol als Trainer im Einsatz und bietet 2026 zwei neue Kurse speziell für Tirols Unternehmen an:
- Anwendungsorientierte Datenanalyse für Nicht-Programmierer &
- Datenvisualisierung & Data Storytelling
Wie die Datennutzung in Betrieben gelingt und welche Rolle moderne Analyse-Tools und KI dabei spielen, erklärt Johannes Spiess im Interview:
Welchen Nutzen bringt eine Teilnahme an den Kursen?
Der kompetente Umgang mit Daten – häufig auch als „Data Literacy“ bezeichnet – entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Schlüsselkompetenz. Unternehmen, die sich zu datengetriebenen Organisationen entwickeln wollen, benötigen Mitarbeitende mit einem breiten Grundverständnis für Daten, Analysen und deren Aussagekraft. Gerade in einem äußerst herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld sind fundierte, datenbasierte Entscheidungen ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die beiden neuen Kurse vermitteln genau jene Kompetenzen, die dafür benötigt werden.Wie hat KI dieses Berufsfeld verändert und wie können Unternehmen KI sinnvoll einsetzen?
Künstliche Intelligenz beeinflusst viele Berufsbilder im erweiterten Umfeld der Datenanalyse. Die Art, wie Menschen mit Systemen interagieren, verändert sich grundlegend: weg von komplexen Kommandozeilen, hin zu einer intuitiven, promptbasierten Nutzung. Gleichzeitig verstärkt sich der Trend zu Low-Code- und No-Code-Tools, die ohne Programmierkenntnisse auskommen.Der Kurs „Anwendungsorientierte Datenanalyse“ setzt genau hier an. Teilnehmende lernen, mit solchen Tools zu arbeiten und Daten effizient zu analysieren. Diese Werkzeuge bieten zudem zahlreiche Möglichkeiten, schrittweise in das Feld der „Predictive AI“, also der vorhersagenden KI, einzusteigen.
Beim zweiten Kurs „Datenvisualisierung und Data Storytelling“ stehen hingegen weniger Algorithmen, sondern menschliche Wahrnehmung und Kommunikation im Mittelpunkt. Daten sind zwar das zentrale Rohmaterial, entscheidend ist jedoch, wie Informationen aufbereitet und vermittelt werden. KI unterstützt Analysten und Analystinnen, ersetzt jedoch nicht ihre beratende Rolle für Entscheidungen.
KI unterstützt Analysten und Analystinnen, ersetzt jedoch nicht ihre beratende Rolle für Entscheidungen.
Wie gelingt Unternehmen der Übergang von reinen Zahlen zu echten Erkenntnissen?
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist ein exploratives und zugleich kreatives Herangehen an die vorhandenen Daten. Das Eintauchen in bestehende Datenpools erfordert einen sicheren Umgang mit Analyse-Tools – so, wie wir sie etwa im Kurs „Anwendungsorientierte Datenanalyse“ behandeln. Bildlich gesprochen werden dabei informative „Rohdiamanten“ an die Oberfläche gebracht.Der entscheidende Mehrwert entsteht jedoch erst im nächsten Schritt: durch den gezielten „Feinschliff“. Gemeint sind die strukturierte Aufbereitung und verständliche Kommunikation der Erkenntnisse, sodass sie als Entscheidungsgrundlage dienen können. Genau dafür liefert der Kurs „Datenvisualisierung & Data Storytelling“ eine praxisnahe Toolbox.
Was fasziniert Sie persönlich an der Arbeit mit Daten, ihrer Aufbereitung und Verwertung?
Zum einen liegt im wertorientierten Umgang mit Daten ein enormes Wettbewerbspotenzial. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich Unternehmen mit vergleichbaren Ausgangsbedingungen ihre Kundinnen und Kunden verstehen oder ihre Prozesse analysieren. Zum anderen empfinde ich die Arbeit mit Daten als hochgradig kreative Tätigkeit – von der Generierung über die Analyse bis hin zur Kommunikation der Ergebnisse an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern.Haben Sie für Tirols Unternehmen einen Tipp im Umgang mit Daten?
Nach Erich Kästner gibt es nichts Gutes, außer man tut es. Jede Reise – auch jene hin zur datengetriebenen Organisation – beginnt mit den ersten Schritten. Hilfreich ist eine kompakte Datenstrategie, die klar aufzeigt, wie Daten zur Erreichung der übergeordneten Unternehmensziele beitragen. Innerhalb dieses Rahmens lassen sich konkrete Initiativen umsetzen: von gezielten Mitarbeiterschulungen bis hin zur Einführung geeigneter Analyse- und KI-Tools.Wichtig ist, einfach zu beginnen, konsequent dranzubleiben und sich stets weiterzubilden.